Interview Dr. Mechtersheimer mit dem Monatsmagazin ZUERST!, Dezember 2011

Herr Dr. Mechtersheimer, als Reaktion auf Fund der Tatwaffe von neun Morden an Ausländern bei der sogenannten „Zwickauer Zelle“ werden wieder neue politische Forderungen laut. Unter anderem heißt es, daß „rechtes Gedankengut“ grundsätzlich den Keim zur Gewalt in sich trage. Neigen „Rechte“ zur Gewalt?

Mechtersheimer: Jedes „Gedankengut“, auch das religiöse, kann den Keim zur Gewalt in sich tragen. Niemand fordert beispielsweise die Eliminierung linker Positionen, weil diese immer wieder zu fürchterlicher Gewalt geführt haben. Aber ich möchte noch eines sagen, obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist: Ich selbst bezeichne mich als Nationalpazifist. Patriotismus steht für mich im Einklang mit Friedfertigkeit. Gewalt – egal ob in Gestalt von Kriegen oder in der politischen Auseinandersetzung – ist immer falsch und schadet unserem Anliegen.

Weshalb ist die Anteilnahme der etablierten Medien und Politiker mit den neun Opfern der sogenannten „Dönermorde“ erst jetzt spürbar, wo bekannt geworden ist, daß die mutmaßlichen Täter Rechtsextremisten sind?

Mechtersheimer: Es gibt offenkundig verschiedene Klassen von Mordopfern. Ein toter türkischer Schneider oder Döner-Verkäufer gibt in den zynischen Medien weniger her als etwa ein ermordeter Politiker. Andererseits ist wiederum die Mafia als Mörder weniger interessant als etwa eine „BAF“, eine „Braune Armee-Fraktion“.

Freilich machen Erschießungen von unschuldigen Ausländern keinen politischen Sinn. Ja, sie wurden bislang noch nicht mal konsequent aufgeklärt. Ein merkwürdiger Terror! Für mich riecht das ganze nach Inszenierung. Wenn der Gründer des „Thüringer Heimatschutzes“, Tino Brandt, ein Spitzel des Verfassungsschutzes war, dann ist es nicht glaubhaft, wenn der Inlandsgeheimdienst von dem Treiben der Mitglieder nichts gewußt haben will.

Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland fordert als Konsequenz das Verbot der NPD. Das „Flaggschiff“ der Rechtsextremisten müsse endlich „politisch und juristisch versenkt“ werden. Was hat die NPD mit der Mordserie zu tun?

Mechtersheimer: Nach meiner Kenntnis und Einschätzung nichts. Eine Konsequenz aus der Mordserie wäre eher ein Verbot des Verfassungsschutzes als der NPD. Allerdings muß die NPD künftig noch stärker darauf achten, daß es zwischen ihr und gewaltbereiten Zirkeln eine glaubhafte größere Distanz gibt. Der Wechsel von Udo Voigt zu Holger Apfel in der Parteiführung wird diese Grenzen hoffentlich verdeutlichen.

Graumann fordert ebenfalls, daß mehr Geld im Kampf gegen Rechts zur Verfügung gestellt werden müsse.

Mechtersheimer: Ich halte davon nicht. Das fördert nur Extremismus mit dem anderen Vorzeichen.

Verbote, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Ausschluß vom gesellschaftlichen Diskurs – könnte nicht gerade eine solche soziale Isolation labile Charaktere dazu bewegen, zu Mitteln der Gewalt zu greifen, um sich Geltung und Gehör zu verschaffen?

Mechtersheimer: Das ist ein Problem! Die Ausgrenzung und Isolierung, die vom Verfassungsschutz und vielen Medien systematisch mit genau dieser Absicht betrieben werden, hat jedoch insgesamt bislang geringe Wirkung gezeigt. Ich kann nur raten, daß sich Patrioten nicht vertrauensselig von Verfassungsschutz-Agenten manipulieren lassen und konsequenter gegen solche staatlichen Übeltäter vorgehen, – natürlich gewaltfrei.

Herr Dr. Mechtersheimer, vielen Dank für das Gespräch.

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